Lernen über Medien

Im Themenfeld „Lernen über Medien“ werden Fragen zum alltäglichen Umgang der Schülerinnen und Schüler mit Medien und ihre Erfahrungen in einer durch Medien geprägten Welt zum Lerngegenstand. Teilnahme-, Reflexions- und Urteilskompetenzen werden hier im Umgang mit ihnen erworben. In diesem Rahmen werden verschiedene Umgangsformen (=Etiketten) für die Schülerinnen und Schüler verbindlich erarbeitet und festgelegt. Dies erfolgt z.B. in Form der Netiquette als auch der Handy-Etikette im Rahmen des Unterrichtsfaches GL und diverser Angebote gemeinsam für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Inhalte aus diesem Themenfeld werden in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen aufgegriffen und auf einem jeweils altersangemessenen Niveau behandelt werden. Hierbei sind die Inhalte wieder in verschiedenen Fächern, vorgegeben durch die Fachkonferenzen, verankert. Diese Inhalte werden z.B. im fächerübergreifenden oder fächerverbindenden Rahmen angeboten, sodass eine individuelle Erarbeitung durch die Schülerinnen und Schüler erfolgen kann. In diesem Lerngegenstand geht es u. a. um das Problem, dass es angesichts der Medienentwicklung immer schwieriger wird, Medienaussagen richtig einzuordnen. Als Basis für ein angemessenes Verstehen und Unterscheiden von Medienaussagen und Programmen sollen die Kinder und Jugendlichen verschiedene Darstellungsformen von Inhalten im Hinblick auf die mit ihnen verbundenen Reduktionen von Realität kennen lernen, z.B. Modelle, Bilder, Töne, Texte und nichtverbale Symbole. Darüber hinaus geht es um Unterscheidungen zwischen verschiedenen Grundkategorien medialer Gestaltung und Vermittlung, z.B. um eine Differenzierung von Bericht und Meinung, Dokumentation und Inszenierung, Information und Unterhaltung, Realität und Fiktion, Aufklärung und Werbung, Instrument und Inhalt. Des Weiteren sollen unterschiedliche Gestaltungstechniken verschiedener Medien bewusst gemacht werden, z.B. Kameraperspektiven und Kamerabewegungen bei Film und Fernsehen. Schließlich geht es um die Unterscheidung und Einschätzung verschiedener Gestaltungskategorien und ihrer spezifischen Möglichkeiten und Grenzen, z.B. um die Besonderheiten von Roman, Hörspiel, Fernsehmagazin, Videofilm und Computerspiel.

Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen basiert auf der Annahme, dass Medien Einflüsse im Bereich von Gefühlen, Vorstellungen, Verhaltensorientierungen und Alltagsgeschehen haben. Die erzeugten Gefühle können von Spaß und Freude bis zu Angst und Schrecken reichen; die vermittelten Vorstellungen sind - aus der Perspektive des Wirklichkeitsbezuges - eher realitätsangemessen oder eher irreführend; die übernommenen Verhaltensorientierungen umfassen - je nach gegebenen Bedingungen - das Spektrum von prosozialen bis zu problematischen aggressiven Wertorientierungen, das Alltagsgeschehen kann eher selbst bestimmt oder eher medienabhängig sein. Medienerziehung sollte Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit eröffnen, störende Gefühle, irreführende Vorstellungen, problematische Verhaltensorientierungen und medienabhängiges Alltagsgeschehen zu erkennen und so aufzuarbeiten, dass emotionale Störungen abgebaut, irreführende Vorstellungen in Realitätsangemessene überführt, problematische Verhaltensorientierungen in sozial gerechtfertigte transformiert und ein selbst bestimmtes Alltagsgeschehen entwickelt werden.

Beim Durchschauen und Beurteilen von Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung wird die Notwendigkeit unterstrichen, dass Kinder und Jugendliche in die Lage versetzt werden, Medienangebote hinsichtlich ihrer Inhalte und ihrer Form sowie hinsichtlich der dahinter liegenden Interessen zu prüfen, zu analysieren und zu bewerten. Weiterhin sollen sie erkennen, wie ihre eigenen Bedürfnisse durch Medien aufgenommen und - gegebenenfalls - kanalisiert werden, wobei der jeweilige soziale Kontext bzw. die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt werden muss. Schließlich geht es um die Analyse und Kritik von institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen der Medienproduktion, Medienverbreitung und Medienrezeption, z.B. bei den Printmedien, dem Rundfunk, der Computerindustrie und den Angeboten sozialer Netzwerke.

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