Ergebnisse der Qualitätsanalyse

 

 

Alle Schulen des Landes NRW werden zu gegebener Zeit einer Qualitätsanalyse (QA) unterzogen, die von einem Qualitätsprüferteam der jeweiligen Bezirksregierung durchgeführt wird. Es gilt, über die Analyse der schulischen Prozesse den Ist-Stand schulischer Arbeit aufzuzeigen, mit Hilfe von Analysekriterien die Qualität von Schule und Unterricht zu bewerten und Impulse zur Weiterentwicklung zu setzen. Für alle Schulen in NRW besteht die Verpflichtung, sich an der Qualitätsanalyse zu beteiligen. Die Termine werden von der Bezirksregierung festgelegt. Jede Schule muss ein umfangreiches Portfolio für die Qualitätsanalyse bereitstellen.

In der QA-Woche vom 24. bis 27. April 2017 fanden die Unterrichtsbesuche und die Gespräche mit den an unserer Schule beteiligten Gruppen statt, mit einem Pflegschaftsteam der Eltern, einem SV-Schülerteam und einem Team des Lehrerkollegiums sowie mit der Verwaltung und Schulleitung. Am letzten Tag der Qualitätsanalyse, am 27.04.2017, erhielt das Kollegium unter Anwesenheit des Schuldezernenten eine ausführliche Rückmeldung in grafischer und statistischer Form. Der Bericht der Qualitätsanalyse ist die Grundlage für die weitere Arbeit an unserer Schule. Die folgenden Ergebnisse resultieren aus der Auswertung der Dokumente und der Aussagen in den Interviews sowie der Unterrichtsbeobachtungen während des Schulbesuchs in der Hauptphase der Qualitätsanalyse.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die an dem hervorragenden Ergebnis mitgearbeitet haben.

 

 

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule

Als Schule im Aufbau hat die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule noch keine zentralen Prüfungen durchgeführt. Die Ergebnisse im Bereich der 2016 durchgeführten Lernstandserhebungen entsprechen im Wesentlichen den Vergleichswerten der Schulform und des Standortes. Die Schule fördert personale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler systematisch in vielfältiger und vorbildlicher Weise, indem sie zur Übernahme von Verantwortung erzieht, zu Toleranz verpflichtet, Konfliktfähigkeit ausbildet und zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben auffordert.

Beispielhaft seien genannt die engagierte Arbeit der Schülervertretung im Bereich des Schullebens, Schüler- für Schüler Projekte wie z. B. das der „Klassenpaten für Fünftklässler“, die „Streitschlichtung“ und die Ausbildung von Medienscouts, die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen durch die Teilnahme an der „Aktion Tagwerk“, Sponsorenläufe sowie die Arbeit der interkulturellen Erziehung im Zusammenhang der Integration von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarfen oder Migrationshintergrund. Im Regelunterricht kann die Übernahme von Verantwortungsbereitschaft durch konsequentere Förderung selbstständigen Lernens und Handelns sowie der Übernahme von Verantwortung für den eigenen Lernprozess weitergehend gefördert werden.

 

Qualitätsbereich 2: Lernen und Lehren – Unterricht

Die eingereichten schulinternen Lehrpläne der Sekundarstufe I für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Biologie und Gesellschaftslehre wurden inhaltlich geprüft. Alle Lehrpläne folgen einem Strukturschema, welches den Lehrkräften einen auch an schulprogrammatischen Schwerpunkten orientierten Handlungsrahmen für die didaktisch-methodische Planung und Durchführung von Unterricht setzt.

Die Ausgestaltung der einzelnen Strukturelemente ist von überwiegend beispielgebender Qualität und das Ergebnis regelmäßiger, intensiver Arbeit in den jeweiligen Fachkonferenzen. Hervorzuheben ist, dass die Lehrkräfte die Arbeit an den schulinternen Lehrplänen weniger als eine im Schulgesetz formulierte und eher „lästige“ Pflichtaufgabe, sondern als vereinbarte und verlässliche Arbeitsgrundlage für die tägliche Unterrichtsarbeit verstehen, die in der Folge arbeitsentlastende Wirkung zeigt. Deutlich erkennbar ist, dass die Fachkonferenzen in den Jahren des „Aufbaus“ intensiv an den Lehrplänen gearbeitet haben und die Weiterentwicklung von Unterricht im Mittelpunkt der schulprogrammatischen Arbeit steht.

In den insgesamt 33 Unterrichtseinsichtsnahmen konnten die Prüfer eine insgesamt überzeugende Qualität der Umsetzung dieser Arbeit feststellen. Bei 19 der 33 besuchten Sequenzen (ca. 58 %) wurden mehr als 60 % der im Unterrichtsbeobachtungsbogen erfassten Indikatoren als „in guter Qualität erfüllt“ bewertet, in einem Fall traf dies für über 80 % der Indikatoren zu. In drei der 33 Sequenzen (ca. 9 %) wurden weniger als 50 % der Indikatoren in „guter Qualität“ beobachtet.

Ein in höherem Maße selbstgesteuertes und problemorientiertes Lernen, die stärkere Berücksichtigung individueller Lernwege und bessere Nutzung von Lernzeit, die Weiterentwicklung einer offeneren Aufgabenkultur sowie die Schaffung stärker aktivierender Lernumgebungen können bei im Bereich der Unterrichtsentwicklung von der Schule in den Blick genommen werden.

Die Schule hat ein ausführliches allgemeines Leistungskonzept mit Aussagen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den Grundsätzen der Leistungsbeurteilung für die Bereiche der schriftlichen Leistungen und der Sonstigen Mitarbeit erstellt. Darüber hinaus enthält es Aussagen zur Vergleichbarkeit von Leistungsanforderungen und zum kritischen und reflexiven Umgang mit dem Ergebnis von Lernzielkontrollen und Abschlussprüfungen. Den dort getroffenen Vereinbarungen liegt deutlich erkennbar der Grundsatz „Qualität geht vor Quantität“ zugrunde.

Zusätzlich erhalten die Schülerinnen und Schüler am Ende eines jeden Quartals einen Lernstandsbericht, in dem dargestellt ist, welche Kompetenzen sie in den einzelnen Fächern erworben haben. Dieser wird auch als Grundlage für die vom Klassenlehrer geführten Beratungsgespräche genutzt, die an Stelle von Elternsprechtagen treten.

Darüber hinaus enthalten alle schulinternen Lehrpläne fachbezogen konkretisierte und in hohem Maße verbindliche Absprachen zur Leistungsbeurteilung. In den geführten Interviews wurde übereinstimmend von einer durchgängig transparenten, vergleichbaren und gerechten Leistungsbeurteilung unter Zuhilfenahme kriteriengestützter Selbsteinschätzung und entsprechender Lern- und Förderberatung berichtet.

Wichtige Grundlage der Kommunikation über Leistungsstände und deren Beurteilung ist neben der kritereingestützten Beurteilung der Klassenarbeiten das von der Schule eingeführte Mitteilungsheft (Logbuch), zu dessen Führung alle Schülerinnen und Schüler verpflichtet sind. Im redaktionellen Bereich nimmt die Schule von der Schülerschaft geäußerte Kritik auf und arbeitet an einer altersgemäßen Anpassung der dort verwendeten Texte.

Auch wurde in den Interviews deutlich, dass sich nicht allen Schülerinnen und Schülern die Sinnhaftigkeit der regelmäßigen Selbsteinschätzung in den Arbeitsstunden erschließt. Eine diesbezüglich von der Schule durchgeführte Evaluation belegt, dass Quantität und Qualität der Selbstreflexion in den meisten Klassen als (noch) nicht angemessen eingeschätzt wird.

Zusammenfassend ist im Bereich der Leistungsbeurteilung jedoch deutlich erkennbar, dass die Schule erfolgreich bestrebt ist, gemäß den Studien zu nachhaltigem Lernen Maßnahmen der Selbstreflexion und des regelmäßigen strukturierten Lehrerfeedbacks mit dem kompetenzorientierten Lernen und der Leistungsbewertung zu verbinden. (vgl. dazu die vereinbarten Entwicklungsvorhaben).

Mit ihren breit gefächerten Bildungsangeboten für Schülerinnen und Schüler schafft die Schule zahlreiche Gelegenheiten, vielfältige Begabungen zu fördern und Anreize, besondere Leistungen zu erbringen. Diese werden im Rahmen der Jahrgangsstufenversammlungen honoriert und ausgezeichnet.

Zur Feststellung der Lernausgangslage werden in der Jahrgangsstufe 5 Diagnosetests in den Fächern Deutsch (Duisburger Sprachstandstest plus Re-Test), Englisch, Mathematik und Sport (Münchener Fitnesstest zur Erkennung besonderer Sportlicher Fähigkeiten) durchgeführt. Die Ergebnisse dienen u. a. der Zuweisung zum Förderunterricht in den Jahrgängen 5-9 für leistungsschwächere Schülerinnen und Schülern, bzw. zu Liftkursen in Englisch und Mathematik in Jahrgang 7, die den Übergang in Erweiterungskurse ermöglichen sollen.

Die Ergebnisse von Lernstandserhebungen 8 werden für die Einteilung in Erweitungs- und Grundkurse herangezogen. Die insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler mit besonderen Förderbedarfen sind in die Regelklassen integriert und werden von einem Sonderpädagogen unterstützend betreut. Die eingesehenen Förderpläne sind detailliert und aussagekräftig und hilfreich. Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte erhalten jahrgangsübergreifend individualisierte Sprachförderung bevor sie in den Regelunterricht integriert werden. Der dafür eingerichtete Raum zeichnet sich aus durch eine beispielgebende Gestaltung der Lernumgebung, die in hohem Maße zu individualisiertem und zunehmend selbstständigem Lernen beiträgt.

 

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

In den Dokumenten sowie beim Schulbesuch war erkennbar, dass an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule eine sehr lebendige und wertschätzende Schulgemeinschaft gepflegt wird, die sich gerade in der Phase des Aufbaus in besonderem Maße durch die engagierte Mitwirkung aller Beteiligten an Schulleben und Schulentwicklung in zahlreichen Gremien auszeichnet. Diese Mitwirkung kann durch die verstärkte Beteiligung von Eltern- und Schülerschaft an Schulentwicklungsprozessen und Schulprogrammarbeit z. B. durch die Mitarbeit in Steuer- und Arbeitsgruppen optimiert werden.

 

Qualitätsbereich 4: Führung und Schulmanagement

In den Qualitätsberichten für die Schule und die regional zuständige Schulaufsicht werden zu den Kriterien 4.1.1 bis 4.1.4. ausschließlich die Bewertungen veröffentlicht. Eine weitere textliche Darlegung entfällt. In der Fassung für den Schulträger werden die Bewertungen zu 4.1 nicht angezeigt. Die organisatorischen Regelungen für den Vertretungsunterricht weisen Vertretungszeit als sinnvoll zu gestaltende Lernzeit aus. Eine gleichsinnige Umsetzung dieses Prinzips durch alle Lehrkräfte erfolgt nach Angaben der Interviewgruppen in überwiegend guter Qualität. Ermöglicht wird dies durch u. a. durch das hohe Engagement der Lehrkräfte, die auch im Krankheitsfall –soweit zumutbar – gehalten sind, Materialien für den Vertretungsunterricht zur Verfügung zu stellen.  Professionelle Teamarbeit in verabredeten, gelebten Strukturen zeichnet die Zusammenarbeit aller Beteiligten an der Leonardo-da-Vinci Gesamtschule in beispielgebender Weise aus.

Dazu gehören:

  • mindestens zweimal im Halbjahr tagende Fachkonferenzen bzw. Dienstbesprechungen
  • die Jahrgangsstufenteams
  • das Schulleitungsteam
  • die Klassenlehrer- und Beratungslehrerteams
  • Arbeitskreise zu einzelnen schulprogrammatischen Bausteinen
  • sowie das Steuergruppengruppen-Kernteam.

Eine treibende Kraft bei der Teambildung besteht darin, unterschiedliche Ressourcen und Kompetenzen gewinnbringend für das System zu nutzen. Hervorzuheben ist ebenfalls, dass in den Jahres- und Stundenplänen für die Teams Besprechungszeiten vorgehalten werden.

 

Qualitätsbereich 5: Professionalität der Lehrkräfte

Mit dem Aufbau der Schule vergrößert und verändert sich das Kollegium beständig. Umso bedeutsamer ist ein Konzept zur Unterstützung und Professionalisierung neuer Kolleginnen und Kollegen. Diesem Umstand wird die Schule in vorbildlicher Weise gerecht, indem sie für neue Lehrkräfte Einführungsveranstaltungen (Basics) durchführt sowie ausführliche Manuale mit wichtigen Information, Formularen und Links zur Verfügung stellt. Das schulinterne Fortbildungskonzept macht Aussagen zu den Zielen, Organisation, Zuständigkeiten sowie der Evaluation von Fortbildungen in Form eines Reflexionsbogens. Die an individuellen Fortbildungen teilnehmenden Lehrkräfte sind gehalten, Ergebnisse in die jeweiligen Gremien (Lehrer- und Fachkonferenzen) einzubringen.

Anhand der ausführlich formulierten Schulentwicklungsvorhaben und einer deutlicheren Priorisierung kann das Fortbildungskonzept für einen festgelegten, überschaubaren Zeitpunkt optimiert werden. Fortbildungsmaßnahmen werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, z. B. für die Veränderung von Unterrichtskultur, evaluiert und gemeinsam genutzt. Insbesondere die Erkenntnisse aus den beiden Fortbildungen „Kollegiale Hospitation“ und „Organisation, Struktur und Aufgaben in Teams“ sind unmittelbar in die pädagogische Arbeit des Kollegiums aufgenommen worden.

Die Schule verfügt über zahlreiche Verfahren und Instrumente zur Gewährleitung eines umfassenden Informationsflusses. Zum persönlichen Austausch gibt es feste Besprechungstermine zwischen dem Schulleiter und einzelnen Funktionsträgern bzw. Gruppen, sowie den Mitgliedern des Schulleitungsteams mit den Verantwortlichen für weitere Sonderaufgaben. Über die Google- und Microsoft-Plattform werden online Termine abgesprochen und festgelegt, Informationen ausgetauscht, Absprachen getroffen und Dateien angelegt. Protokolle von Konferenzen bzw. Teamsitzungen werden per Mail versendet. Die Information über Termine erfolgt über den Google-Jahreskalender

 

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung

„Das Leitbild der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule orientiert sich an den sieben Lebensprinzipien Leonardo da Vincis, die den Nährboden für Leonardos Forschungen und Arbeitsergebnisse bilden und die damals wie heute die Kraft in sich bergen, das kreative und unternehmerische Potenzial eines Menschen voll zu entwickeln.“ Die unterschiedlichen Projekte und Bausteine des Schulprogramms werden in Arbeitskreisen konzeptionell erarbeitet. Die Gesamtkoordination liegt bei der Kern-Steuergruppe.  Der Ist-Stand der Schulentwicklung ist im aktualisierten Schulprogramm dargelegt. Die zahlreichen Entwicklungsvorhaben und Entwicklungsziele sind in einem sehr umfangreichen unter den Rubriken „Entwicklungsstand, Entwicklungsziele, Zielvereinbarungen mit Evaluation, Verantwortliche“ ausführlich beschrieben. Eine deutlichere Priorisierung der Vorhaben für einen festgelegten Zeitraum (z. B. ein bis zwei Schuljahre) kann aus Sicht der Qualitätsprüfer zu mehr Transparenz und weitergehender Einbindung von Schüler- und Elternvertretern führen. (vgl. dazu die Ausführungen zum Qualitätsbereich 3)

Die Unterrichtsentwicklung steht an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule im Fokus der schulprogrammatischen Arbeit, was sowohl die bisherigen Fortbildungsschwerpunkte als auch die Entwicklung und die konkrete Umsetzungsplanung der Entwicklungsvorhaben ausweisen.  Die kritische Reflexion wird in allen Konzepten schulprogrammatischer Arbeit stets mitgedacht und soll vor allem am Ende des nächsten Schuljahres mit dem Ende des Ausbaus der Sekundarstufe I stattfinden. Die Schule hat ein schuleigenes Qualitätsmanagement ausdrücklich in ihren Arbeitskanon aufgenommen und beabsichtigt durch regelmäßige Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern Verbesserungspotenziale zu erkennen.

Alle schulprogrammatischen Konzepte zum sind so aufgebaut, dass am Ende i.d.R. ein Formular „Änderungsdokumentation“ angefügt ist, womit die qualitative Weiterentwicklung durch Überprüfung und ggfs. Anpassung konzeptionell mitgedacht ist. Die Ergebnisse von Lernstanderhebungen im Jahrgang 8 werden durch die Schulleitung, Fachkonferenzen und Fachlehrer systematisch ausgewertet und für die konkrete Weiterentwicklung von Unterricht genutzt.

 

Bilanzierung: Stärken und Impulse zur Weiterentwicklung

Die Bilanzierung bezieht sich auf die verpflichtenden und die vereinbarten ergänzenden Prüfkriterien.

Stärken der Schule

  • schulinterne Lehrpläne in Verbindung mit dem Leistungskonzept
  • Beratung und Betreuung von Schülerinnen und Schülern sowie Stärkung der personalen Kompetenzen
  • Teamstrukturen und Integration neuer Lehrkräfte
  • Informationsstrukturen
  • engagiertes Kollegium im Zusammenspiel mit strukturiertem, versiertem Schulleitungshandeln

Qualität weiterentwickeln

  • Unterricht:
  • passgenaue Lernangebote
  • Stärkung selbstgesteuerter Lern- und Mitgestaltungsprozesse
  • Schulentwicklung: Mitwirkung von Eltern- und Schülerschaft in Arbeitskreisen und Steuergruppen

 

Schlussbetrachtung zu den Unterrichtsbeobachtungen

Insgesamt wurden 33 Unterrichtsbeobachtungen durchgeführt, etwa 85 % der während der Besuchstage anwesenden Lehrkräfte wurden besucht.

Stärken
In den 33 Unterrichtssequenzen konnten die Qualitätsprüfer einen in hohem Maße transparenten und überwiegend zielorientierten Unterricht beobachten. Schülerinnen und Schüler kamen so weitgehend ohne die Notwendigkeit klärender Fragen in Arbeitsprozesse hinein und waren über Inhalte und Aufgabenstellungen gut orientiert. Schülerorientierung war in hohem Maße in den Bereichen des sinnstiftenden Kontextes und der Berücksichtigung von Vorkenntnissen gegeben. Das gute soziale Schulklima war im Unterricht als durchgehendes Merkmal wahrzunehmen, Störungen gab es praktisch nicht. Im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern pflegten die Lehrkräfte einen respektvollen, aufmerksamen Umgang und nutzten zahlreiche Gelegenheiten zur positiven Verstärkung. Sprachlich bewusstes und nachhaltiges Handeln, sowohl seitens der Lehrkräfte als auch seitens der Schülerinnen und Schüler, kennzeichnete ebenfalls den beobachteten Unterricht. Partner-und Gruppenarbeit war überwiegend so angelegt, dass der sowohl Erwerb inhaltsbezogener als kooperativer Kompetenzen in guter Qualität beobachtet werden konnte. In Plenumsphasen konnte eine intensive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler beobachtet werden. Der Einsatz von Medien erfolgte in hohem Maße zielführend und in überwiegend guter Qualität.

Entwicklungspotenziale
Die Entwicklungspotenziale können unter dem Leitthema „Ausbau schüleraktivierender, individualisierter Lernprozesse“ betrachtet werden. Gerade im Rahmen 60-minütiger Unterrichtseinheiten kann durch eine entsprechende unterrichtliche Anlage eine Stärkung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf ihr Lernen und die ständige Kontrolle des Lernzuwachses (Reflexionen des Vorgehens und des Lernstandes) unterstützt werden. Dies impliziert, dass die Lernenden auch unmittelbar in die Unterrichtsplanung deutlicher einbezogen werden und so auf umfassendere Problemstellungen mit selbst gewählten Problemlösungsstrategien reagieren können. Dabei könnten in den Klassenräumen in größerem Umfang Materialien bereitgestellt werden und von den Schülerinnen und Schülern insbesondere in Hinsicht auf individualisiertes, selbstständiges Lernen intensiver genutzt werden. Der Einsatz moderner Medien konnte an den Besuchstagen nur in geringem Ausmaß beobachtet werden.

 

 

Qualitätsteam:

Hanns-Friedrich Noirhomme (Teamleitung)

Dörte Berning

Sabine Bellers

Michael Göring

 

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