Wegpunkt 5 - Stolpersteine

11 Juli 2017, 7:28 am geschrieben von 
Publiziert in TOUR DE LÉO
Gelesen 1460 mal Letzte Änderung am Sonntag, 16 Juli 2017 11:41

Stadtarchivar Udo Holzenthal und Lehrer Bernd-Dieter Röhrscheid beschäftigen sich intensiv mit der Vergangenheit und Geschichte der Juden in Willich, deshalb haben sie die Stolpersteine hier eingeführt. Dafür haben Bernd-Dieter Röhrscheid und Udo Holzenthal über viele Jahre recherchiert, unter anderem viele Archive und Gedenkstätten besucht und sind nach Israel gereist, um Angehörige und Überlebende zu befragen.

Röhrscheid ist der Meinung, dass man nicht von Schicksal reden sollte, denn es waren die Menschen, die die Juden systematisch getötet haben.

In einem Dokument von 1941, einem Evakuierungsbefehl, unterschrieben, vom ehemaligen Ortspolizisten Pauly, stand, dass die Familie sich auf dem Hof des Rathauses treffen sollen, um dann abtransportiert zu werden. Dazu mussten sie noch hundert Reichsmark (entspricht ungefähr 358€) für den Transport zahlen. Die ersten Stolpersteine in Willich wurden auf der auf der Schulstraße am 06.02.2012 platziert. Am 9. Februar folgten die nächsten Steine.

Nachfahren aus aller Welt besuchten, begeistert von der Idee, Willich, um die Stolpersteine zu betrachten und sich an ihre Vorfahren zu erinnern. Insgesamt gibt es 74 Stolperstein in Willich, deren Aufbau wäre jedoch ohne Sponsoren und Paten nicht möglich gewesen.

Was sind Stolpersteine?

Stolpersteine sind eine Idee von dem Künstler Gunter Demnig, welcher an die Opfer der NS-Zeit erinnern möchte. Dazu lässt er an dem letzten Wohnort der Opfer Messingtafeln in den Boden ein. Passanten sollen gedanklich über die Ereignisse stolpern, sich daran erinnern und die Opfer würdigen. Mittlerweile gibt es in 1.099 Orten in Deutschland und in zwanzig weiteren europäischen Ländern Stolpersteine. Eine Patenschaft für einen Stolperstein kostet 120€.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ - Gunter Demnig

Nähere Informationen befinden sich auf der Projekt-Webseite

 

(Johanna und Lea)

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